
Sicherheit im Alltag: Informationsveranstaltung zu Betrug und Gewaltprävention
12.06.2026
Wie schütze ich mich vor Betrugsmaschen? Woran erkenne ich echte Polizist:innen oder Rettungsdienste an der Tür? Und warum fällt es oft schwer, „Nein“ zu sagen?
Diesen Fragen widmete sich eine Informationsveranstaltung zum Thema Betrug und Gewaltprävention mit zwei Beamt:innen des Landeskriminalamts Wien im FSW-Tageszentrum Simmering. Die Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Betrugsformen, Sicherheit im Alltag und Möglichkeiten der Vorbeugung direkt bei den Landeskriminalbeamt:innen Franziska Tkavc und Michael Felsberger zu informieren.
Im Mittelpunkt stand die Botschaft: Betrug kann jeden Menschen treffen. Kriminelle arbeiten gezielt mit Emotionen wie Angst, Einsamkeit, Stress oder Zeitdruck. Oft wird Vertrauen aufgebaut, gleichzeitig werden Betroffene unter Druck gesetzt oder zur Geheimhaltung aufgefordert. Auch Scham spielt eine große Rolle, viele Menschen glauben, sie hätten „vorsichtiger“ sein müssen und suchen keine Hilfe. Die Expert:innen betonten jedoch klar: Scham ist nicht notwendig. Täter:innen gehen professionell und manipulativ vor.
Die Vortragenden rieten daher, längere Gespräche mit unbekannten Personen möglichst zu vermeiden. Denn je länger ein Gespräch dauert, desto größer wird die Möglichkeit der Manipulation. In emotionalen Situationen fällt rationales Denken oft schwer. Helfen können in solchen Momenten einfache Fragen – sogenannte „W-Fragen“ wie: Wer sind Sie? Warum sind Sie hier? Woher haben Sie meine Daten?
Auf das Bauchgefühl hören
Besonders wichtig sei es, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Niemand müsse die Tür öffnen, persönliche Informationen weitergeben oder einer Bitte nachkommen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt. „Sie haben das Recht, Nein zu sagen“, erklärten die Beamt:innen. Auch vermeintlich unhöflich zu sein, z.B. indem man Grenzen setzt, Gespräche bewusst beendet oder nach einem Dienstausweis fragt, sei vollkommen in Ordnung.
Ein weiterer wichtiger Hinweis: Polizei, Rettungsdienste oder Behörden verlangen niemals Bargeld oder Sofortzahlungen an der Haustür oder am Telefon. Bei Unsicherheit sollte immer direkt bei der offiziellen Stelle nachgefragt werden.
Die Veranstaltung machte deutlich, Sicherheit beginnt nicht erst im Ernstfall, sondern im Alltag: Mit Aufmerksamkeit, klaren Grenzen und dem Vertrauen in das eigene Gefühl.

